Zeitungsartikel zur Marksburgveranstaltung am 8+9.09.2007

Rheinzeitung vom 11.09.2007:

Mehr als 50 Akteure entführten die Besucher der einzigen nie zerstörten Höhenburg am Mittelrhein mit Szenen aus dem Alltagsleben ins Mittelalter

Eine Zeitreise in die Vergangenheit

"Wess Brot ich ess..." lockte Hunderte von Interessierten auf die Marksburg Mittelaltermärkte und Ritterturniere - so spannend sie sind, so oft kopiert werden die Historienspektakel inzwischen. Eine Zeitreise ganz anderer Art bot die Marksburg am Wochenende. BRAUBACH. Einen ganz normalen Tag im Jahr 1479 versprach die Deutsche Burgenvereinigung den Besuchern der Marksburg am vergangenen Wochenende - und hat mit der eher zurückhaltenden Formulierung einen spektakulären touristisch-historischen Höhepunkt geschaffen. Hunderte Besucher waren sich einig: Mit der Entscheidung einmal keinen "normalen Mittelaltermarkt" zu zeigen, lagen die Veranstalter goldrichtig.

Als auf "deutlich mehr als an einem normalen Feiertag" schätzte "Burgvogt" Gerhard Wagner bereits am Samstag den Besucherzuspruch auf der einzigen nie zerstörten Höhenburg am Rhein. Mit "Wess Brot ich ess..." gelang der Deutschen Burgenvereinigung ein Glücksgriff - der Besuch auf der Marksburg wurde selbst für "Stammgäste" zum außergewöhnlichen Erlebnis. "Dies ist kein Mittelaltermarkt", lautete der Hinweis in der Ankündigung der Zeitreise ins Jahr 1479. Wer sich durch diese "Einschränkung" nicht abschrecken lies, erlebte am Samstag und Sonntag einen außergewöhnlichen Einblick in das mittelalterliche Leben. Rund 50 Akteure legten dabei Wert auf die möglichst genaue Rekonstruktion des Alltags, des Handwerks und der Verteidigung der Marksburg im Jahre 1479, als die Burg nach dem Tod des letzten Grafen von Katzenelnbogen an den Landgrafen Heinrich III. von Hessen kam. Zu jeder vollen Stunde war das weithin lautstark durch vier Salutschüsse aus authentischen Feuerwaffen zu vernehmen. Weniger lautstark, aber mit genauso viel Liebe zum Detail präsentierten sich im Inneren der Burg beispielsweise die Küchenbediensteten, der Burgkapplan, der Schneider und die Heilkundige. Und egal ob bei der anschaulichen Erläuterung des Einsatzes der Blutegel zu Heilzwecken, der Unterwäsche von Ritter und Burgfräulein oder der mittelalterlichen Artillerie-Kunst - sämtliche Darsteller und Burgführer überzeugten durch ausführliche Detailkenntnisse - die auf Wunsch bei stündlichen Spezialführungen für die jüngeren Besucher auch kindgerecht präsentiert wurde.
RZO

Rheinzeitung vom 10.09.2007:

Tag des Denkmals: Küchenmägde füllten die Marksburg mit Leben

Zwei Tage lang hieß es in der Marksburg oberhalb von Braubach "Wes Brot ich ess", wobei ein normaler Tag im Jahre 1479 dargestellt wurde. Ritter und Mägde wuselten in den Räumen des historischen Gemäuers herum. Auch in der Burgküche war allerhand los, und das nicht nur während der Kinderführung (unser Foto). Die Küchenfeen zeigten dem Nachwuchs gerade, wie anno dazumal ein Mahl zubereitet wird. Hier bereiten sie die Füllung für Teigtaschen vor. Am Tag des Denkmals war es den Organisatoren wichtig, keinen Mittelaltermarkt zu zeigen, sondern authentische Aspekte des Alltagslebens im ausgehenden Mittelalter anschaulich zu erklären. Dazu hatten sich rund 50 Darsteller in Schale geworfen.
RZO

Rheinzeitung am 06.09.07:

Marksburg: Zurück ins späte Mittelalter

Ein Burgfräulein in der Kemenate besuchen, über dem offenen Feuer der Köchin in die Töpfe schauen und den Wachwechsel am Burgtor beobachten - wer wissen möchte, wie das Leben auf der Marksburg im Jahre 1479 aussah, der ist am Wochenende willkommen.

BRAUBACH.

Am "Tag des offenen Denkmals" geht es auf der Marksburg zurück ins späte Mittelalter. Aber es handelt sich nicht um eine Wiederauflage der legendären Mittelaltermärkte und Burgfeste, die seit den späten 80er-Jahren Vorbild für viele dieser Märkte waren.

Kein Handwerkermarkt mehr

"Die Deutsche Burgenvereinigung als Besitzerin der Marksburg hatte sich 2001 nach dem letzten mittelalterlichen Handwerkermarkt entschlossen, wegen der Inflation solcher Märkte landauf landab dieses Fest aus dem Programm zu nehmen", erklärt Gerhard Wagner, der Geschäftsführer der Deutschen Burgenvereinigung und damit Burgvogt der Marksburg. "Die Konkurrenz war mittlerweile einfach zu groß, vor allem, weil andere Veranstalter auf ihrem Gelände aufwendige Turniere mit berittenen Darstellern ausrichten können, was auf der Marksburg nicht geht." Am Wochenende, 8. und 9. September, geht es deshalb auf der Marksburg nicht um Ritterklamauk und Schwertgeklirr, sondern es werden möglichst authentisch verschiedene Aspekte des Alltagslebens im späten Mittelalter auf einer Burg gezeigt und erklärt - ein faszinierender Einblick in die Lebensumstände vor 500 Jahren. Am Tor, auf der Batterie, in Küche, Kemenate und Kapelle wird demonstriert, wie das Leben auf einer spätmittelalterlichen Burganlage ausgesehen haben könnte. Rund 50 Darsteller werden an diesem Wochenende auf der Marksburg, die sich als einzige nie zerstörte, im Wesentlichen authentisch erhaltene Höhenburg am Rhein besonders gut für eine derartige Demonstration eignet, tatsächlich leben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einer möglichst genauen Rekonstruktion des Alltags, des Handwerks und der Verteidigung der Marksburg im Jahre 1479. Das gesamte Wochenende steht unter dem Motto "Wes" Brot ich ess." Das Jahr 1479 und das Motto der Veranstaltung wurden gewählt, weil 1479 einen markanten Einschnitt für die Burg bedeutete, denn in diesem Jahr kam die Marksburg nach dem Tod des letzten Grafen von Katzenelnbogen an den Landgrafen Heinrich III. von Hessen. "Andererseits lässt sich das 15. Jahrhundert im Unterschied zum hohen Mittelalter, wo wir immer noch auf viele Spekulationen angewiesen sind, recht gut rekonstruieren", erläutert der Burgvogt So werden die Besucher, die sich im Unterschied zur normalen Marksburgbesichtigung an diesen beiden Tagen ohne Führung und ohne zeitliche Begrenzung in der Burg bewegen und aufhalten können, dem Wachwechsel am Burgtor zusehen, den Köchinnen in die Töpfe schauen, etwas über die Medizin einer Burgapotheke erfahren, vergessene Handwerke kennenlernen, Burgvogt und Kämmerer bei der Verwaltung beobachten und die Damen der Burg in der Kemenate und den Burgkaplan in der Kapelle besuchen können. Aus vollen Rohren

Stündlicher Höhepunkt für die Besucher wird sicher das Abfeuern der Geschütze sein, wobei eine Kammerbüchse und eine Vorderladerkanone zum Einsatz kommen werden. Der Ausflug ins 15. Jahrhundert wird organisiert von der Deutschen Burgenvereinigung auf der Marksburg in Zusammenarbeit mit zwei der renommiertesten deutschen Reenactment-Gruppen, dem "Projekt Mainz 1458-1461" und dem "Städtischen Aufgebot 1476". Zur Deckung der Kosten wird ein kleiner Aufschlag auf den Eintrittspreis erhoben.

RZO